Schritte in ein
gewaltfreies Leben
Jede Frau hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben. Wir informieren Sie zu Hilfsangeboten und Möglichkeiten, um Wege aus der Gewalt zu finden. Auch wenn Sie helfen möchten oder sich gegen Gewalt engagieren, erhalten Sie hier Materialien und Anregungen.
Notfallkontakte
Wenn Sie in akuter Gefahr sind oder schnelle Unterstützung im Fall von häuslicher Gewalt brauchen, zögern Sie nicht, Hilfe zu holen. -> Gemeinde Zwölfaxing - Home - Lebensraum Zwölfaxing - Gesundheit / Soziales - Notfallkontakte
oder unter -> https://stopp-gewalt.at abrufbar.
Gewalt erkennen & reagieren
Häusliche Gewalt beginnt oft leise – mit Kontrolle und Manipulation. Die Gewalt ausübende Person geht systematisch vor, um Macht über das Opfer zu gewinnen. Es sind nicht die blauen Flecken, die zuerst da sind, sondern Worte, Drohungen, Verbote. Wenn der eigene Partner bestimmt, wen Sie sehen dürfen, was Sie tun sollen, ist das keine Liebe. Es ist Gewalt. Doch das zu erkennen, ist schwer. Gefühle, Hoffnungen und finanzielle Abhängigkeit spielen eine Rolle. Wenn Ihr Zuhause kein sicherer Ort mehr ist, sind Sie nicht allein. In Niederösterreich gibt es Unterstützung. Menschen hören zu, helfen und begleiten Sie auf Ihrem Weg in ein gewaltfreies Leben.
Das internationale Hilfezeichen
Verwenden Sie dieses Handzeichen, wenn Sie sich in einer gefährlichen Situation befinden und diskret um Hilfe von Mitmenschen bitten möchten, ohne den Täter zu alarmieren.
1. Schritt:
Offene Handfläche zeigen
2. Schritt:
Daumen in die Hand legen
3. Schritt:
Hand zur Faust schließen
Formen der Gewalt
Im Folgenden finden Sie die häufigsten Erscheinungsformen, die oft gemeinsam auftreten können. Diese Liste bietet einen Überblick, da es noch zahlreiche weitere Formen gibt.
Physische Gewalt
Ihnen werden bewusst und wiederholt Schmerzen oder Verletzungen zugefügt. Schlagen, Stoßen, Würgen oder Festhalten sind klare Anzeichen. Auch Drohungen mit physischer Gewalt gehören dazu. Oft beginnt es mit einem ersten Stoß, Tritt oder Griff – und wird mit der Zeit schlimmer.
Sexualisierte Gewalt
Ihnen werden gegen Ihren Willen intime Berührungen aufgezwungen, oder Sie werden zu sexuellen Handlungen gedrängt. Auch Drohungen, Nötigung oder das Ignorieren eines ‚Nein‘ sind Gewalt. Niemand hat das Recht, Ihre Grenzen zu überschreiten – egal, in welcher Beziehung Sie stehen.
Psychische Gewalt
Ihnen wird ständig das Gefühl gegeben, nicht genug zu sein. Sie werden herabgesetzt, belächelt oder mit Beleidigungen konfrontiert. Ihr Selbstwert wird gezielt zerstört, und Sie fühlen sich ständig verängstigt oder unsicher. Psychische Gewalt kann genauso schmerzhaft sein wie körperliche.
Soziale Gewalt
Ihnen wird der Kontakt zu Familie, Freundeskreis oder anderen wichtigen Personen verweigert oder erschwert. Sie werden von sozialen Aktivitäten abgehalten, oder es wird Ihnen eingeredet, dass niemand Ihnen helfen kann. Diese Gewalt isoliert Sie von Ihrem Unterstützungssystem.
Digitale Gewalt
Ihnen wird durch Belästigung oder Bedrohung über soziale Medien, das unerlaubte Veröffentlichen privater Fotos oder das ständige Überwachen Ihrer Nachrichten und Online-Aktivitäten Schaden zugefügt. Diese Gewalt greift Ihre Privatsphäre an und kontrolliert Ihr digitales Leben.
Ökonomische Gewalt
Ihnen wird der Zugang zu Geld oder Ressourcen verweigert, um Ihre Unabhängigkeit einzuschränken. Sie dürfen nicht selbst über Ihr Geld verfügen oder eigenes verdienen. Diese Gewalt nimmt Ihnen finanzielle Freiheit, macht Sie abhängig und hindert Sie daran z.B. Ihre Wohnsituation zu verändern.
Was ist häusliche Gewalt?